Gastronomie als Unternehmen: Wirtschaftlicher Erfolg im Fokus

Gastronomie ist absolute Leidenschaft, aber am Ende des Tages vor allem ein knallhartes Business. Die beste Küche der Stadt bewahrt dich nicht vor der Insolvenz, wenn die Zahlen nicht stimmen. Wer langfristig überleben und wachsen will, muss seine Betriebswirtschaft detailliert beherrschen. Hier erfährst du, wie du Budgets exakt planst, wichtige Kennzahlen überwachst, Personalkosten strategisch optimierst und deinen Betrieb auf ein solides, dauerhaft profitables finanzielles Fundament stellst.

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Der Businessplan: Dein Fahrplan in die Selbstständigkeit

Egal, ob du einen kleinen Foodtruck, ein gemütliches Café oder ein riesiges Fine-Dining-Restaurant eröffnest, der Businessplan ist das wichtigste Dokument deiner Gründungsphase. Er zwingt dich dazu, deine romantische Vision einem schonungslosen Realitätscheck zu unterziehen. Ein professioneller Businessplan wird nicht nur für Banken oder Investoren geschrieben, sondern in erster Linie für dich selbst, um blinde Flecken in deinem Konzept aufzudecken.

Konzept und Zielgruppenanalyse

Das Konzept muss glasklar formuliert sein. Was ist dein Alleinstellungsmerkmal (USP)? Warum sollten Gäste genau zu dir kommen und nicht zur Konkurrenz zwei Straßen weiter? Definiere deine Zielgruppe so präzise wie möglich. Ein Konzept, das „jeden von 8 bis 80 Jahren“ ansprechen soll, ist zum Scheitern verurteilt, da es kein klares Profil hat. Analysiere das Einzugsgebiet: Wie hoch ist die Kaufkraft? Welche Milieus leben und arbeiten dort? Gibt es Laufkundschaft oder musst du dich als reine Destination positionieren, zu der die Gäste gezielt anreisen?

Markt- und Wettbewerbsanalyse

Du musst wissen, gegen wen du antrittst. Eine detaillierte Konkurrenzanalyse beleuchtet die direkten Mitbewerber in deinem Umkreis. Schau dir ihre Speisekarten an, bewerte ihren Service, ihre Preisgestaltung und ihre Online-Präsenz. Suche nach Lücken im Markt. Wenn es in einem Viertel bereits fünf hervorragende italienische Restaurants gibt, brauchst du ein überragendes Argument, um dort das sechste zu eröffnen. Vielleicht fehlt in genau diesem Viertel aber ein richtig gutes, gesundes Frühstücksangebot für die vielen umliegenden Büros.

Der Finanzteil: Rentabilitäts- und Liquiditätsvorschau

Der Finanzteil ist das Herzstück des Businessplans. Hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Du benötigst eine detaillierte Aufstellung deines Kapitalbedarfs. Dieser umfasst nicht nur die offensichtlichen Anschaffungen wie Küche und Möbel, sondern auch Kautionen, Maklerprovisionen, Genehmigungskosten, Erstausstattung an Waren und ein großzügiges Polster für die ersten Monate. Die Liquiditätsvorschau zeigt, ob du in den ersten, oft verlustreichen Monaten nach der Eröffnung zahlungsfähig bleibst. Die Rentabilitätsvorschau berechnet, ab welchem Umsatzvolumen dein Betrieb die Gewinnschwelle (Break-Even-Point) erreicht.

Finanzierung und Kapitalbeschaffung

Die Gastronomie gilt bei Banken traditionell als Risikobranche. Die Ausfallquoten von Neugründungen sind hoch, was die Beschaffung von Fremdkapital oft zu einer massiven Herausforderung macht. Eine solide Finanzierungsstrategie ruht daher meist auf mehreren Säulen.

Finanzierungsart Beschreibung Eignung in der Gastronomie
Eigenkapital (Bootstrapping) Persönliche Ersparnisse, die du in das Unternehmen einbringst. Absolut zwingend. Ohne mindestens 20 bis 30 Prozent Eigenkapital wird dir heute kaum eine Bank einen Kredit gewähren.
Bankkredit / Förderkredit Klassisches Fremdkapital. Oft kombiniert mit Förderkrediten der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau), die günstigere Zinsen und tilgungsfreie Anlaufjahre bieten. Standard für die Finanzierung von großen Umbauten und Betriebsausstattung. Erfordert einen exzellenten Businessplan und Sicherheiten.
Brauereidarlehen Getränkelieferanten gewähren ein Darlehen oder stellen Ausstattung (Theke, Kühlung) im Gegenzug für eine exklusive und oft langjährige Abnahmeverpflichtung. Schont die Liquidität, schränkt aber die unternehmerische Freiheit extrem ein. Die Hektoliterpreise für das Bier sind oft deutlich höher als auf dem freien Markt.
Leasing Geräte oder Kassensysteme werden gemietet statt gekauft. Die monatlichen Raten sind als Betriebsausgaben steuerlich voll absetzbar. Hervorragend geeignet für teure Großgeräte (Kombidämpfer, Spültechnik). Schont das Eigenkapital erheblich.
Crowdfunding Kapitalbeschaffung über viele kleine Beträge von Privatpersonen, oft zukünftige Gäste, die als Gegenleistung Gutscheine oder exklusive Events erhalten. Zusätzlich ein geniales Marketinginstrument. Beweist schon vor der Eröffnung, dass das Konzept eine funktionierende Zielgruppe hat.

Plane bei der Kapitalbeschaffung immer einen Puffer von mindestens 20 Prozent ein. Bauarbeiten verzögern sich, Genehmigungen lassen auf sich warten oder die ersten Monate laufen schleppender an als kalkuliert. Dieser Puffer rettet dir im Ernstfall die Existenz.

Der Standort und der Pachtvertrag

Die Wahl des Standorts ist eine Entscheidung, die du im Nachhinein nicht mehr korrigieren kannst. Die Faustregel „Lage, Lage, Lage“ stimmt in der Gastronomie nur bedingt. Eine absolute 1A-Lage in der Fußgängerzone garantiert zwar hohe Laufkundschaft, zieht aber exorbitante Pachtforderungen nach sich, die du erst einmal erwirtschaften musst. Ein Destination-Konzept (wie ein Sternerestaurant) funktioniert auch in einer günstigeren 2B-Lage, wenn die Qualität die Gäste zur Anreise bewegt.

Die Belastungsgrenze der Pacht

Die Pacht (inklusive Nebenkosten) ist neben dem Personal und dem Wareneinsatz der größte Fixkostenblock. Betriebswirtschaftlich darf die Warmpacht in der Speisegastronomie niemals mehr als acht bis zehn Prozent deines kalkulierten Netto-Jahresumsatzes betragen. In der getränkeorientierten Systemgastronomie oder in Bars mit sehr hohem Getränkeumsatz kann dieser Wert auf bis zu zwölf Prozent steigen. Liegt die Pachtforderung darüber, wirst du strukturell keinen Gewinn erwirtschaften können, egal wie voll das Restaurant ist.

Fallen im Pachtvertrag

Gewerbliche Miet- und Pachtverträge unterliegen kaum dem Mieterschutz, der im privaten Bereich gilt. Hier herrscht absolute Vertragsfreiheit. Lasse den Pachtvertrag immer von einem auf Gastronomierecht spezialisierten Anwalt prüfen. Achte auf die Laufzeit: Fünf Jahre mit einer Option auf weitere fünf Jahre durch den Pächter sind branchenüblich. Prüfe die Instandhaltungspflichten. Wer zahlt, wenn der fest verbaute Fettabscheider kaputtgeht oder die Klimaanlage ausfällt? Ein Vertrag, der alle Reparaturkosten auf den Pächter abwälzt, ist ein unkalkulierbares Risiko. Zudem muss vertraglich zugesichert sein, dass das Objekt behördlich als Gastronomiekonzession nutzbar ist.

Betriebswirtschaftliche Kennzahlen (KPIs) beherrschen

Wer seine Zahlen nicht kennt, steuert sein Unternehmen im absoluten Blindflug. In der Gastronomie gibt es Kennzahlen, die du täglich, wöchentlich und monatlich überwachen musst, um bei Fehlentwicklungen sofort gegensteuern zu können.

Die Prime Costs (Hauptkosten)

Die Prime Costs sind die absolute Königsdisziplin der Gastro-Kennzahlen. Sie setzen sich zusammen aus dem Wareneinsatz (Food and Beverage Costs) und den Brutto-Personalkosten (inklusive Arbeitgeberanteilen und Lohnnebenkosten). Um dauerhaft profitabel zu arbeiten, müssen die Prime Costs in der Speisegastronomie unter der magischen Grenze von 60 Prozent des Nettoumsatzes bleiben. Ein gesunder Betrieb peilt 55 bis 58 Prozent an. Liegen deine Prime Costs bei 70 Prozent, bleibt nach Abzug von Pacht, Energie und Versicherungen kein Gewinn mehr für dich übrig.

Wenn die Prime Costs zu hoch sind, hast du nur zwei Hebel: Du musst entweder den Wareneinsatz senken (durch klügeren Einkauf, Reduzierung von Food Waste, Portionskontrolle oder Preiserhöhungen) oder die Personalkosten optimieren (durch effizientere Dienstpläne, Teil-Convenience in der Küche oder schnellere Kassensysteme).

RevPASH (Revenue Per Available Seat Hour)

Diese Kennzahl stammt ursprünglich aus der Hotellerie und ist extrem mächtig, um die Auslastung deines Gastraums zu analysieren. Der RevPASH (Umsatz pro verfügbarer Sitzplatzstunde) zeigt dir an, wie effizient du deine Sitzplätze zu verschiedenen Tageszeiten monetarisierst. Zur Berechnung teilst du den Gesamtumsatz einer bestimmten Zeitspanne durch die Anzahl der verfügbaren Sitzplätze multipliziert mit den geöffneten Stunden.

Ein Beispiel: Du hast 50 Sitzplätze. Am Freitagabend zwischen 18 und 22 Uhr (4 Stunden) machst du 2.000 Euro Umsatz. Die verfügbaren Sitzplatzstunden betragen 200 (50 Plätze mal 4 Stunden). Dein RevPASH für Freitagabend liegt bei 10 Euro. Wenn dieser Wert am Dienstagabend bei nur 2 Euro liegt, weißt du, dass du für Dienstag dringend Marketingaktionen (z.B. ein spezielles Menü-Angebot) benötigst oder Personal einsparen musst, um nicht defizitär zu arbeiten.

Der Durchschnittsbon (Average Check)

Diese Zahl verrät dir, wie viel ein Gast im Durchschnitt bei einem Besuch in deinem Restaurant ausgibt. Du berechnest ihn, indem du den Gesamtumsatz eines Tages durch die Anzahl der Gäste teilst. Ziel muss es sein, diesen Wert durch aktives Upselling und Cross-Selling durch dein Servicepersonal kontinuierlich zu steigern. Wenn du den Durchschnittsbon bei 100 Gästen pro Tag nur um 2 Euro anhebst, bedeutet das auf den Monat gerechnet einen Mehrumsatz von rund 5.000 Euro, ohne dass du auch nur einen einzigen neuen Gast akquirieren musstest.

Personalkosten im Griff behalten

Die Gastronomie ist eine extrem personalintensive Branche. Die Lohnkosten sind in den letzten Jahren rasant gestiegen, weshalb ein strategisches Personalmanagement über Sein oder Nichtsein entscheidet. Personalkosten dürfen nicht als starre Fixkosten betrachtet werden, sondern müssen flexibel an das Umsatzaufkommen angepasst werden.

Dienstplangestaltung und Produktivität

Ein schlechter Dienstplan vernichtet Profit. Wenn an einem regnerischen Montagabend drei Kellner im leeren Gastraum stehen, verbrennst du Geld. Die Dienstplangestaltung muss zwingend auf Basis historischer Umsatzdaten und Wetterprognosen erfolgen. Arbeite mit einem flexiblen Schichtsystem. Setze in den absoluten Spitzenzeiten (Rushhour) zusätzliche Aushilfen (Minijobber) ein, die genau für die drei Stunden kommen, in denen der Bär steppt, und schicke sie nach Hause, wenn das Geschäft abflacht.

Messe die Produktivität deines Teams. Eine gute Kennzahl ist der Umsatz pro Mitarbeiterstunde. Teile den Tagesumsatz durch die insgesamt geleisteten Arbeitsstunden aller Mitarbeiter an diesem Tag. Wenn dieser Wert dauerhaft zu niedrig ist, bist du entweder permanent überbesetzt, oder deine Mitarbeiter arbeiten ineffizient (z.B. durch zu weite Laufwege oder mangelhafte Vorbereitung).

Mitarbeiterbindung als wirtschaftlicher Faktor

Der Fachkräftemangel zwingt viele Betriebe zu Ruhetagen, was direkt zu massivem Umsatzverlust führt. Jeder Mitarbeiter, der kündigt und ersetzt werden muss, kostet das Unternehmen enorm viel Geld. Die verdeckten Kosten für das Recruiting (Anzeigen, Vorstellungsgespräche), die Einarbeitungszeit, in der der neue Mitarbeiter noch nicht voll produktiv ist, und die erhöhte Fehlerquote summieren sich schnell auf mehrere Tausend Euro pro Wechsel.

Investiere in Mitarbeiterbindung. Das bedeutet nicht nur eine faire Bezahlung über dem Mindestlohn. Flexible Arbeitszeiten (z.B. eine Vier-Tage-Woche bei vollem Lohnausgleich für Köche), ein respektvoller Umgangston, planbare freie Wochenenden, interne Weiterbildungen und ordentliches Personalessen sind harte wirtschaftliche Faktoren. Ein loyales und gut eingespieltes Team arbeitet schneller, macht weniger Fehler und sorgt für begeisterte Gäste, was deinen Umsatz langfristig sichert.

Steuern, Recht und Buchhaltung

Die administrative Seite der Gastronomie ist durch enorme regulatorische Vorgaben geprägt. Wer hier schlampt, riskiert verheerende Steuernachzahlungen und im schlimmsten Fall die Schließung des Betriebs durch die Behörden.

Die Kassensicherungsverordnung (KassenSichV) und TSE

Das Finanzamt schaut der Gastronomie extrem genau auf die Finger. Seit der Einführung der Kassensicherungsverordnung ist der Einsatz manipulationssicherer Kassen absolute Pflicht. Jedes elektronische Kassensystem muss mit einer zertifizierten Technischen Sicherheitseinrichtung (TSE) ausgestattet sein. Diese protokolliert jeden einzelnen Tastendruck lückenlos und kryptografisch verschlüsselt, sodass nachträgliche Änderungen oder Stornierungen, die den Umsatz künstlich mindern sollen, unmöglich sind. Zudem gilt die Belegausgabepflicht: Jedem Gast muss unaufgefordert ein Bon (gedruckt oder digital) angeboten werden.

Wenn das Finanzamt zu einer unangekündigten Kassennachschau in deinen Betrieb kommt und deine Kasse nicht TSE-konform ist oder die Verfahrensdokumentation (eine genaue Beschreibung deiner Kassenabläufe) fehlt, drohen drastische Bußgelder und tiefgreifende Betriebsprüfungen, bei denen Umsätze geschätzt werden können. Das bedeutet meist den finanziellen Ruin.

Umsatzsteuersätze korrekt anwenden

Die korrekte Verbuchung der Umsatzsteuer (Mehrwertsteuer) ist in der Gastronomie komplex, da je nach Art der Leistung unterschiedliche Steuersätze anfallen. Eine falsche Programmierung der Kasse führt zu erheblichen Differenzen bei der Umsatzsteuervoranmeldung.

Leistungsart Aktueller Steuersatz (Deutschland) Erklärung und Besonderheiten
Speisen im Restaurant (Inhouse) 19 Prozent Sobald ein Service-Element hinzukommt (Sitzplatz, Kellner, Geschirr), gilt der reguläre Steuersatz.
Speisen zum Mitnehmen (Take-away) 7 Prozent Der reine Verkauf von Lebensmitteln zum Verzehr außer Haus (ohne Serviceleistung) wird ermäßigt besteuert.
Getränke (Inhouse und Take-away) 19 Prozent Getränke unterliegen fast immer dem vollen Steuersatz, unabhängig davon, ob sie im Haus verzehrt oder mitgenommen werden. Ausnahme: Reine Milchmischgetränke (über 75% Milchanteil) im Take-away können unter 7 Prozent fallen.
Catering ohne Service 7 Prozent Reine Lieferung von Speisen an die Haustür, ohne Stellung von Besteck, Chafing Dishes oder Personal.
Catering mit Service 19 Prozent Sobald du beim Catering Teller stellst oder Personal zum Aufbauen mitschickst, wird die gesamte Leistung (auch das Essen) mit 19 Prozent besteuert.

Die Betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA)

Deine Buchhaltung darf kein lästiges Übel sein, das du einmal im Monat ungelesen zum Steuerberater schickst. Du musst in der Lage sein, deine Betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA) zu lesen und zu verstehen. Die BWA zeigt dir monatlich schwarz auf weiß, ob du Geld verdient oder verbrannt hast. Lasse dir von deinem Steuerberater eine speziell auf die Gastronomie zugeschnittene BWA einrichten, die Wareneinsatz und Personalkosten als prozentuale Quoten vom Umsatz ausweist. Wenn du erst am Jahresende durch den Jahresabschluss erfährst, dass du rote Zahlen geschrieben hast, ist es längst zu spät, um gegenzusteuern.

Marketing als wirtschaftlicher Umsatztreiber

Marketing wird von vielen Gastronomen immer noch als unnötiger Kostenblock gesehen. Das ist ein fataler Fehler. Professionelles Marketing ist eine Investition, die sich in konkreten Umsatzzahlen amortisieren muss. Jeder Euro, den du in Marketing steckst, muss mehr als einen Euro an Umsatz zurückbringen (Return on Investment – ROI).

Digitale Sichtbarkeit und Reservierungssysteme

Die Customer Journey (die Reise des Gastes) beginnt heute fast immer auf dem Smartphone. Wenn ein potenzieller Gast auf Google nach „Italiener in meiner Nähe“ sucht und dein Restaurant dort nicht mit hervorragenden Fotos, aktuellen Öffnungszeiten und positiven Bewertungen auftaucht, existierst du schlichtweg nicht. Ein perfekt gepflegtes Google Unternehmensprofil ist das wichtigste, absolut kostenfreie Marketinginstrument der heutigen Zeit.

Nutze Online-Reservierungssysteme auf deiner eigenen Website. Sie sparen dem Personal enorm viel Zeit am Telefon und füllen dein Reservierungsbuch rund um die Uhr. Moderne Systeme erlauben es dir, bei stark gebuchten Tagen Tische doppelt zu belegen (Double Seating), indem sie dem Gast bei der Reservierung anzeigen, dass der Tisch beispielsweise nur für zwei Stunden zur Verfügung steht. Das maximiert deinen RevPASH erheblich.

Gutscheine, Merchandising und Zusatzgeschäfte

Verlasse dich nicht nur auf den reinen Verkauf von Speisen und Getränken am Tisch. Baue zusätzliche, hochprofitable Einnahmequellen auf. Der Verkauf von Gutscheinen ist betriebswirtschaftlich gesehen ein zinsloser Kredit deiner Gäste an dich. Du erhältst sofort die Liquidität, während die Leistung erst Monate später (oder bei Nicht-Einlösung gar nicht) erbracht werden muss. Integriere einen automatisierten Gutschein-Shop auf deiner Website.

Auch Merchandising oder der Außer-Haus-Verkauf von hausgemachten Produkten (z.B. deine berühmte BBQ-Sauce in Flaschen abgefüllt, gebrandete T-Shirts, eigener Kaffee) generieren Zusatzumsätze mit extrem hohen Margen. Sie binden den Gast zudem emotional an deine Marke, da er ein Stück deines Restaurants mit nach Hause nimmt.

Krisenmanagement und Liquiditätssteuerung

Die Gastronomie ist anfällig für externe Schocks – sei es eine Pandemie, eine massive Inflation der Lebensmittelpreise oder explodierende Energiekosten. Liquidität (verfügbares Geld auf dem Konto) ist in Krisenzeiten wichtiger als Profitabilität. Ein Betrieb kann Monate ohne Gewinn überleben, aber keinen einzigen Tag ohne Liquidität.

Bilde zwingend Rücklagen. Eine eiserne Reserve, die die Fixkosten des Betriebs (Pacht, Versicherungen, Gehälter des Kernpersonals) für mindestens drei Monate deckt, muss auf einem Tagesgeldkonto unangetastet liegen. Verhandle in wirtschaftlich angespannten Zeiten proaktiv mit deinen Lieferanten über längere Zahlungsziele, um die Liquidität im Unternehmen zu halten. Überprüfe jeden bestehenden Vertrag – vom Stromanbieter über die Müllabfuhr bis hin zum GEMA-Tarif – regelmäßig auf Einsparpotenziale. In der Gastronomie liegt der Gewinn oft im Detail und in der konsequenten Kontrolle der Ausgaben.

FAQ: Häufige Fragen zur Gastro-Wirtschaft

Wie hoch darf der Gewinn in der Gastronomie sein?

Eine pauschale Zahl ist schwer zu nennen, da sie stark vom Konzept abhängt. Ein gesunder, gut geführter Individualgastronomie-Betrieb sollte eine Umsatzrendite (Gewinn vor Steuern im Verhältnis zum Nettoumsatz) von 10 bis 15 Prozent erwirtschaften. Das bedeutet: Wenn du 1 Million Euro netto im Jahr umsetzt, sollten am Ende 100.000 bis 150.000 Euro Gewinn vor Steuern als Unternehmerlohn und für Rücklagen übrig bleiben. Hochgradig optimierte Systemgastronomie-Konzepte oder extrem gut laufende Bars können auch Umsatzrenditen von 20 Prozent und mehr erreichen.

Wie bekomme ich einen Kredit für mein Restaurant?

Banken vergeben Kredite an Gastronomen nur gegen harte Fakten und Sicherheiten. Du benötigst einen makellosen, realistisch gerechneten Businessplan. Träumereien haben hier keinen Platz. Zeige auf, dass du die Branche verstehst und unternehmerisches Denken mitbringst. Du musst in der Regel mindestens 20 Prozent der benötigten Gesamtsumme als Eigenkapital nachweisen. Zudem verlangen Banken private Sicherheiten, wie etwa Immobilien, Lebensversicherungen oder Bürgschaften. Der Weg über Förderbanken (wie die KfW), die das Risiko für die Hausbank teilweise übernehmen, ist oft der erfolgversprechendste Ansatz.

Lohnt sich die Übernahme eines bestehenden Betriebs?

Eine Übernahme (Nachfolge) kann viele Vorteile haben. Das Objekt ist bereits voll ausgebaut, die Konzessionen liegen vor, und es gibt im besten Fall eine etablierte Stammkundschaft und eingearbeitetes Personal. Das reduziert das Anlauf- und Baurisiko enorm. Die große Gefahr liegt in den versteckten Mängeln. Ist die Küchentechnik wirklich noch funktionstüchtig oder ein Sanierungsfall? Welchen Ruf hat das Lokal in der Stadt? Prüfe vor einer Übernahme mit einem Steuerberater zwingend die BWA der letzten drei Jahre. Oft werden für den sogenannten Firmenwert (Goodwill) unrealistische Ablösesummen gefordert, die wirtschaftlich nicht darstellbar sind.

Was bedeutet die „No-Show-Rate“ und wie senke ich sie?

Als No-Shows bezeichnet man Gäste, die einen Tisch reservieren, aber ohne abzusagen nicht erscheinen. Für den Gastronomen bedeutet das einen totalen Umsatzverlust bei gleichzeitig anfallenden Personalkosten, da der Tisch freigehalten wurde. Um die No-Show-Rate zu senken, solltest du digitale Reservierungssysteme nutzen, die dem Gast 24 Stunden vorher eine automatische Erinnerungs-SMS mit einem Bestätigungslink senden. In der gehobenen Gastronomie ist es mittlerweile legitim und notwendig, bei der Reservierung Kreditkartendaten zu hinterlegen und eine Stornogebühr (No-Show-Fee) zu berechnen, falls der Gast kurzfristig nicht erscheint.

Wie berechne ich den Break-Even-Point für mein Restaurant?

Der Break-Even-Point (Gewinnschwelle) ist der Punkt, an dem dein Umsatz exakt alle Fixkosten und variablen Kosten deckt. Du machst weder Verlust noch Gewinn. Zur Berechnung teilst du deine gesamten monatlichen Fixkosten (Pacht, Gehälter für Festangestellte, Versicherungen, Leasingraten) durch den Deckungsbeitrags-Prozentsatz. Den Deckungsbeitrag in Prozent erhältst du, indem du vom Umsatz (100%) deine variablen Kosten (Wareneinsatz in Prozent) abziehst. Wenn du 30.000 Euro Fixkosten hast und dein Wareneinsatz bei 30 Prozent liegt (dein Deckungsbeitrag also 70 Prozent beträgt), rechnest du 30.000 geteilt durch 0,7. Dein Break-Even-Point liegt dann bei rund 42.857 Euro Nettoumsatz im Monat. Jeder Euro darüber generiert echten Gewinn.